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Paul Jetter

Paul Jetter † 16.06.2018.
Die Eltern von Paul Jetters Generation hatten ihre geistlichen Wurzeln
im Altpietistischen Gemeinschaftsverband. Er war mit Begeisterung
im CVJM, bis dieser verboten wurde. 1942 kam er an die Westfront
und nach schwerer Verwundung in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
In Oklahoma traf er eine bewusste Entscheidung für Jesus und
bekehrte sich.
Der geistliche Aufbruch nach der unsagbaren Not des Zweiten Weltkriegs
erreichte auch Paul Jetter. In der Nacht vom 5. auf 6.12.1950
kam beim Beten der Auftrag zur Verkündigung des vollen Heils in
Christus.
So begann sein Predigtdienst. Er wurde landauf, landab eingeladen,
vom Hohenlohischen bis ins Oberschwäbische, vom
Schwarzwald bis auf die Schwäbische Alb. Überall entstanden neue Gemeinden. Tagsüber
arbeitete Paul Jetter in der eigenen Landwirtschaft, und abends nach dem Stall
fuhr er zum Predigen. Dazu kamen die Zeltmissionen, die jedes Jahr stattfanden.
Zudem war er für viele Jahre der zweite Vorsitzende des Gemeindeverbandes der „Volksmission
für entschiedene Christen“. Seine Predigten entstanden größtenteils während der täglichen
Arbeit auf dem Traktor. Diese enorme Leistung war nur durch Gottes Treue möglich,
durch die der HERR seine Berufung bekräftigte.
Während einiger Jahre bestand Paul Jetters Dienst unter anderem in der Mitarbeit im EfAKomitee
sowie im Verein der Gemeinde Stuttgart. Sein ausgewogener Rat, seine vom Herrn
geschenkte Weisheit und sein tiefer Ernst wurden auch bei Diensten in verschiedenen Gemeinden
sehr geschätzt. Ich selbst lernte viel von ihm, besonders in den ersten zehn Jahren meines
Dienstes in der Gemeinde. Manche Beratung über einem Gemeinde- oder Seelsorgeanliegen,
in denen ich meine „biblisch fundierte“ Sichtweise vortrug, ergänzte er mit der Bemerkung:
„Wiederum steht auch geschrieben“, und dann ermutigte er mich, auch eine andere Sichtweise
zu erwägen. Nie drängte er mich, aber gerne hörte ich auf ihn.
Viele kannten Paul Jetter als „gefühlt“ strengen Prediger, der aber ein Gespür für die Interessen
und Fragen auch der jungen Generation hatte. Seine gute Menschenkenntnis und die Fähigkeit,
sich rasch in die Situation des Gegenübers hineinzuversetzen, machten aus ihm einen
väterlichen Seelsorger, Leiter, Lehrer und Ratgeber. Er war stets authentisch, denn er stellte sich
immer selbst unter den Maßstab des Wortes Gottes.
Bis Juli 2011 war er noch regelmäßig zu einem monatlichen Predigtdienst in seiner Gemeinde
eingeteilt. Seine Kraft ließ ab seinem 90. Geburtstag langsam nach, aber er durfte noch im
vergangenen April die Gnadenhochzeit (70 Jahre) mit seiner Frau Else feiern. Ab Ende Mai
konnte er sein Bett nicht mehr verlassen, und am Samstag, den 16.6.2018, rief ihn der Herr zu
sich in die Herrlichkeit. Er darf jetzt schauen, was er so fest geglaubt hat.

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